BUND Kreisgruppe Dithmarschen

Geplante Batteriefabrik in Heide

So könnte die Batteriefabrik in Heide aussehen.  (Northvolt - mit freundlicher Genehmigung)

Der schwedische Hersteller Northvolt plant nahe Heide den Bau einer Batteriezellfabrik für E-Autos.
Der BUND und andere Umweltverbände wurden von Northvolt eingeladen, Planung und Bau der Fabrik kritisch zu begleiten und Vorschläge für eine ökologische Gestaltung des Gebiets zu machen, auf dem die Fabrik entstehen soll. Auf einer Videokonferenz hat Northvolt, das die Batterien für die Elektroautos von Audi und VW herstellt, erste Entwürfe zu der Anlage präsentiert. Für die Kreisgruppe Dithmarschen haben Martina Arndt und Gesa Schröder daran teilgenommen.

Nördlich der Bundesstraße B 203 und östlich der Autobahn A23 sollen einer Fläche von 157 Hektar gut ein Dutzend Fertigungshallen entstehen, die Arbeitsplätze für rund 3000 Mitarbeiter bieten sollen. Das schwedische Unternehmen legt großen Wert auf umweltverträgliche Fertigung und hat sich für Heide als Standort seiner vierten Fabrikationsstätte entschlossen, weil es an der Westküste einen großen Überschuss an Windstrom gibt. Northvolt will nach eigener Aussage ausschließlich mit Energie aus regenerativen Quellen produzieren. Wenn möglich, soll der Bedarf an Brauchwasser für die Fertigung mit Regenwasser aus großen Rückhaltebecken gedeckt werden. Frischwasser wäre dann lediglich als Trinkwasser nötigt. Ob diese Pläne so verwirklicht werden können, ist aber noch offen.

Northvolt erklärte gegenüber dem BUND, dass etwa die Hälfte der Dachfläche aller Gebäude für eine Begrünung zur Verfügung stehen sollen. Auf der anderen Hälfte sollen Solarkollektoren zusätzlichen Strom produzieren. Auch bei der Gestaltung der Außenanlagen des Fabrikgeländes sollen ökologische Überlegungen Vorrang erhalten. Der BUND soll bei dieser Gestaltung mitwirken. Um zusätzlichen Verkehr aufzufangen, ist ebenfalls ein Bahnanschluss im Gespräch. Alle Planungen sind aber noch unter Vorbehalt, da noch keine Bebauungspläne vorliegen.

Die BUND Kreisgruppe Dithmarschen erachtet das Projekt vorbehaltlich einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) grundsätzlich als unterstützenswert und wird die weiteren Planungen kritisch begleiten. Zur Zeit sieht die Kreisgruppe keine wesentlichen ökologischen Hinderungsgründe für den Bau der Fabrik. Die ökologischen Auswirkungen der durch den Bau entstehenden Flächenversiegelung müssen durch Ausgleichsmaßnahmen auf dem Gelände, die Dachbegrünung und weitere Ausgleichsmaßnahmen aufgefangen werden. Der Wasserbedarf hält sich durch die geplante Verwendung von Regenwasser ebenfalls in Grenzen. Darüber hinaus sieht die BUND Kreisgruppe in dem Bau der Fabrik die Möglichkeit, ein Leuchtturm-Projekt zum ökologischen Umbau unseres Verkehrssystems voranzutreiben. Den Ansatz von Northvolt, schon bei der Planung ökologische Überlegungen zu berücksichtigen und Umweltschutzverbände einzubinden, begrüßt die BUND Kreisgruppe Dithmarschen unbedingt.

 

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Einsatz für Mensch & Natur

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