Gute Stimmung bei den BUND-Mitgliedern, die dabei waren.
Am 21. September 2025 hat sich die BUND Kreisgruppe Dithmarschen am diesjährigen World Cleanup Day beteiligt. Im Bereich des Dithmarscher Speicherkoogs sammelten engagierte Helferinnen und Helfer bei sonnigem Wetter Müll direkt an der Nordsee. Zum Vorschein kamen vor allem Zigarettenstummel, Plastikverpackungen, Styroporreste, Reste von Netzen und Seilen sowie Taschentücher. Diese Funde stehen exemplarisch für ein anhaltendes Problem an Küsten und im öffentlichen Raum: Einwegprodukte und kleinformatiger Abfall werden häufig achtlos entsorgt und verbleiben langfristig in der Umwelt.
Teilnahme am bundesweiten Monitoring
Die Müllsammelaktion war zugleich Teil eines systematischen Monitorings, das die BUND Kreisgruppe Dithmarschen gemeinsam mit dem BUND-Meeresschutzbüro Bremen durchgeführt hat. Dabei wurde nicht nur Müll gesammelt, sondern jedes Fundstück nach Art und Material erfasst. Ziel dieses Monitorings ist es, Belastungsschwerpunkte zu erkennen und Ursachen von Vermüllung besser zu verstehen.
Die nun vorliegenden Ergebnisse zeigen deutlich:
- Über ein Drittel der erfassten Abfälle waren Getränke- und Lebensmittelverpackungen, davon 95 % Einwegverpackungen.
- Der überwiegende Teil dieser Verpackungen war pfandfrei.
- Lebensmittelverpackungen bestanden zu rund zwei Dritteln aus Plastik, hinzu kamen Verbundmaterialien und Papier.
- Zigarettenstummel und Kronkorken machten jeweils etwa ein Drittel der Funde aus und gehören damit zu den häufigsten Einzelabfällen.
- Ein erheblicher Teil des gefundenen Mülls lässt sich dem Lebensmitteleinzelhandel und dem To-go-Bereich zuordnen.
Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass freiwilliges Aufräumen zwar notwendig ist, das Problem jedoch nicht an der Küste entsteht, sondern bei Produktion, Vertrieb und Nutzung von Einwegverpackungen.
Hier könnt ihr die Datei als pdf herunterladen.
Einweg ist keine Lösung
Aus Sicht des BUND sind Einwegverpackungen eine Scheinlösung. Sie verbrauchen Ressourcen, belasten Klima und Biodiversität und werden häufig verbrannt – selbst dann, wenn sie theoretisch recycelbar wären. Besonders problematisch ist Kunststoff: Ein erheblicher Anteil der fossilen Rohstoffe wird inzwischen für die Herstellung von Plastikverpackungen eingesetzt. Der BUND setzt sich daher für Mehrweg- und Unverpackt-Lösungen als neuen Standard ein. Handel und Politik stehen in der Verantwortung, diese Systeme flächendeckend, günstig und alltagstauglich verfügbar zu machen.
Engagement vor Ort
Nach dem Sammeln klang der Nachmittag in einer gemeinsamen Runde mit Kuchen und Getränken aus. Die Aktion zeigte erneut, wie wichtig ehrenamtliches Engagement für den Schutz unserer Küstenlandschaften ist – und dass Müllvermeidung an der Quelle der entscheidende Hebel bleibt.
Die BUND Kreisgruppe Dithmarschen bedankt sich herzlich bei allen Teilnehmenden sowie für die gute Zusammenarbeit mit dem BUND-Meeresschutzbüro Bremen.
Über die Aktion berichtete auch die Dithmarscher Landeszeitung: https://www.boyens-medien.de/artikelansicht/nordermeldorf-aktion-im-speicherkoog-muellsammeln-zum-world-cleanup-day-91414.html