Naturschutzgebiet Fieler Moor

Der Fischotter hat sich spätestens seit Mai 2016 wieder im Naturschutzgebiet Fieler Moor angesiedelt.

Das Fieler Moor mit den Autobahnseen liegt an der Westküste Schleswig-Holsteins zwischen Geest und Marsch innerhalb der Mieleniederung. Von 4000 bis 2000 v.Chr. erreichte die Nordsee durch den nacheiszeitlichen Meeresanstieg den Geestrand, wo in den allmählich verlandeten Buchten ausgedehnte Moore, Sümpfe und Röhrichte entstanden, aus denen das Süßwasser des Binnenlandes hinter Strandwällen und überdünten Nehrungen keinen Abfluß fand. So auch in der Mieleniederung, wo sich noch heute Reste dieser nacheiszeitlichen Naturlandschaft in Form von kleinflächigen Sümpfen und Mooren finden. Etwa 200 m westlich der A 23 richtete man 1987 eine Bodenentnahmestelle ein, um weite Transportwege zum Bau der Autobahn zu vermeiden. Schließlich wurden einerseits ca. 5,8 Mio. Kubikmeter Füllboden benötigt,und andererseits mussten die aus der Trasse entnommenen Niedermoorböden an eine geeignete Stelle verbracht werden. Diese Moorböden wurden im Spülverfahren aus der Autobahntrasse in das Becken I der Entnahmestelle eingespült, so dass die zwischenzeitlich aus nachdrückendem Grundwasser entstandene Wasserfläche von 10 ha an der tiefsten Stelle 9 m, im Flachbereich nur noch 1 m tief ist. Die zwei Baggerseen haben eine Fläche von ca. 17 ha (großer Baggersee) und der kleine Baggersee von ca. 12 ha. Die Tiefe soll beim großen Baggersee bis zu 18 m betragen und beim kleinen ca. 9 m. Insgesamt ist das Naturschutzgebiet ca. 255 ha groß und besteht aus dem alten Teil mit Torfstichen und Moorflächen und dem neuen Teil mit Baggerseen.

Im Rahmen der landschaftspflegerischen Gestaltung konnten nach Beendigung der Straßenbaumaßnahmen auf insgesamt 76 ha Fläche verschiedene Naturschutzplanungen verwirklicht werden. Im Bereich des tiefen Entnahmebeckens schaffte man zusätzliche Flachwasserzonen, Inseln und durch Abschieben von nährstoffreichen Böden westlich des Beobachtungshügels nährstoffärmere Sukzessionsflächen mit Sandböden. Des weiteren wurde zur Absicherung der Uferbereiche um die genannte Fläche herum ein Schutzgrabensystem angelegt. Das Steilufer einer Sandaufschüttung im Nordosten des tiefen Beckens mit einer Uferschwalbenkolonie blieb soals Bruthabitat für diese Art erhalten und wurde zusätzlich durch einen Graben abgesichert.
Die Landflächen um die beiden Becken, die neu geschaffenen Flachgewässer und dem Schutzgrabensystem herum unterliegen z.Zt. noch der Sukzession, so dass sich aus pflanzensoziologischer Sicht noch keine Dauergesellschaften gebildet haben. Im Flachwasserbereich sowie am Ufer sind Initialgesellschaften (Bachröhricht) vorhanden. Durch die Vielgestalt ist das Naturschutzgebiet insgesamt für die Vogelwelt sehr bedeutsam, auch die Vegetation hat sich sehr interessant entwickelt. Im Mai 2016 wurden Fischotter im Naturschutzgebiet Fieler Moor wieder nachgewiesen. Wir sind froh, diese seltenen interessanten vom Aussterben bedrohten Tiere wieder in unserem Naturschutzgebiet haben zu dürfen.

Ansprechpartner für den BUND ist Dirk Koenig, Fon 04832-6006072, Mail koenig@BUND-Dithmarschen.de



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